Welpenerziehung

 

Entgegen der bislang üblichen Praxis in Hundeschulen biete ich bewusst keine Welpenspielgruppe an. Der Hauptgrund ist, dass ich bei meinen Klienten vorrangig eine optimale Bindung zwischen Hund und Mensch erzielen möchte. Der wichtigste Sozialpartner des Hundes ist und bleibt der Mensch.

 

Nachfolgend die zwei am häufigsten auftretenden, negativen Folgen des Besuchs einer Welpenspielstunde:

 

 

(1) Dem Welpen widerfährt ein unangenehmes Erlebnis (zu heftiges Toben bei einem sensiblen Hund, zu spätes Eingreifen des Trainers, Mobbing etc.) – Resultat: andere Hunde werden negativ verknüpft – und zukünftig gemieden oder gar aus Selbstverteidigung heraus angegriffen.

 

(2) Der Welpe lernt in der Welpenspielstunde, dass man mit anderen Hunden den meisten Spaß hat – mehr als mit dem Menschen – und dass die Begegnungen mit anderen Hunden immer Action bedeuten. Resultat: andere Hunde sind nur positiv und als Spielpartner verknüpft. Beim Anblick fremder Hunde wird dann durchgestartet und das Zurückrufen des Besitzers bleibt erfolglos. Andere Hunde sind eindeutiger wichtiger als der eigene Mensch.

 

Unbestritten ist mittlerweile auch, dass bei Hunden wesentlich mehr Verhaltensauffälligkeiten auftreten, seitdem es Welpenspielstunden gibt. Ein Punkt, der nachdenklich machen sollte.

 

Bei Jungtieren im Tierreich wird gespielt, um Kampf- und Jagdverhalten zu üben und zu trainieren. Ständiges Spiel zum „Zeitvertreib“ wäre eine absolute Verschwendung der Energiereserven, was das Überleben stark gefährden würde. Auch wird - wenn - nur innerhalb der Gruppe gespielt – und nicht mit fremden Artgenossen, denen man zufällig irgendwo begegnet. Auch daran zeigt sich, dass das Spiel mit dem eigenen Menschen das natürlichste überhaupt für einen Welpen ist.

 

Natürlich gibt es auch unter Hunden Freundschaften mit Artgenossen außerhalb der Familie. Aber auch hier gilt wie bei uns Menschen: man sucht sich seine Freunde doch am liebsten selber aus! Diese Möglichkeit hat ein Hund meist gar nicht – stattdessen wird erwartet, dass er mit jedem fremden Hund gleich „gut Freund“ ist und ausgelassen spielt. Konflikte sind dabei vorprogrammiert.

 

In einer Welpenspielgruppe weiß man vorher fast nie, auf welche Charaktere der Welpe treffen wird – gerade bei offenen Gruppen. Schon ein einziger schlecht verlaufener Besuch solch einer Gruppe kann dauerhafte negative Folgen für den Welpen nach sich ziehen. Gezielter, ausgesuchter Kontakt zu einzelnen, gut sozialisierten und erzogenen Hunden ist daher eindeutig vorzuziehen. Das Alter des hündischen Spielpartners ist dabei zweitrangig, ideal ist aber ein souveräner erwachsener Hund.

 

Mein Trainingsziel mit Welpen ist eine optimale Schulung der (Neu)Hundebesitzer in Sachen Hundeerziehung. Dabei geht es nicht um das Erlernen von Sitz, Platz, Fuß, sondern um die Förderung der Entwicklung des Welpen, eine korrekte Sozialisierung und ein sicheres Verhalten in seinem sozialen Umfeld. (Mehr Infos siehe unter „Hunde haben Rechte – das Recht auf sinnvolle Erziehung“)

 

In Form von Einzeltraining werden all Ihre Fragen rund um das neue Familienmitglied besprochen und erörtert. Besonderen Wert lege ich auf den Bindungsaufbau zwischen Ihnen und Ihrem Welpen sowie das Thema Führung, um ein harmonisches Zusammenleben zu sicherzustellen. Bei den Trainings begleiten uns abwechselnd souveräne erwachsene Hunde, von denen Ihr Welpe die innerartliche Kommunikation optimal erlernen kann. Denn: Es lernt sich besser von denen, die es schon können – als von denen, die es selbst noch lernen müssen!